Harzer Rotes Höhenvieh

Harzer Rotes Höhenvieh

Eine bedrohte Rinderrasse mit Zukunft

Das Harzer Rote Höhenvieh gehört zu den alten Nutztierrassen, die über viele Generationen hinweg das Bild der Mittelgebirgslandschaften geprägt haben. Früher weit verbreitet, ist es heute selten geworden. Umso wichtiger ist es, diese robuste Rasse nicht nur zu bewahren, sondern sinnvoll und artgerecht in die landwirtschaftliche Praxis einzubinden.

Harzer Rotes Höhenvieh auf Bergwiese des Biohof Seifert

Steckbrief

HerkunftHarz (Niedersachsen / Sachsen-Anhalt)
NutzungMutterkuhhaltung, Landschaftspflege
GewichtKühe ca. 500–600 kg, Bullen bis 900 kg
FarbeAufhellungen
EigenschaftenRobust, trittsicher, ruhig, langlebig
BesonderheitenGute Fruchtbarkeit, ideale Weidetiere
GefährdungsstatusErhaltungszuchtprogramm, Rote Liste (GEH)

Tierwohl und Landschaftspflege

Das Harzer Rote Höhenvieh eignet sich hervorragend zur Pflege von Bergwiesen und offenen Kulturlandschaften. Unsere Herde wächst frei auf unseren Bergwiesen. Die Kälber bleiben lange bei ihren Müttern, werden natürlich gesäugt und wachsen ohne Leistungsdruck auf. Diese Haltung stärkt Gesundheit und Wohlbefinden der Tiere und macht zugleich unsere Wiesen zu lebendigen Lebensräumen für viele andere Arten.

Erhalt durch Nutzung

Alte Rassen wie das Harzer Rote Höhenvieh bleiben lebendig, wenn sie in den Hofalltag eingebunden werden. Bei uns heißt das: Die Mutterkuhherde wird erhalten und gepflegt, die männlichen Tiere werden als hochwertiges Bio-Fleisch vermarktet. So verbinden wir artgerechte Tierhaltung mit wirtschaftlicher Tragfähigkeit – und schaffen echte Wertschätzung für eine bedrohte Rasse.

Mehr als nur Rinder – Teil der Landschaft

Das Harzer Rote Höhenvieh trägt aktiv zur Erhaltung unserer Kulturlandschaft bei. Durch ihre Weidegänge werden Wiesen offen gehalten, Nährstoffkreisläufe gepflegt und seltene Pflanzen gefördert. Ohne extensiv weidende Rinder würden viele Bergwiesen schnell verbuschen.

Angepasst an raue Bedingungen

Seinen Ursprung hat das Harzer Rote Höhenvieh im Harz in Niedersachsen. Dort hat es gelernt, mit kalten Wintern, steilen Hängen und nährstoffarmen Böden umzugehen. Genau diese Eigenschaften machen es auch für unsere Höhenlagen im Osterzgebirge auf über 550 Metern ideal. Die Tiere sind widerstandsfähig, genügsam und ruhig im Wesen – Eigenschaften, die in der extensiven Weidehaltung besonders wertvoll sind.

Harzer Rotes Höhenvieh mit Glocke auf Bergwiese des Biohof Seifert

Warum alte Rassen wichtig sind

Rassen wie das Harzer Rote Höhenvieh stehen für genetische Vielfalt, Anpassungsfähigkeit und regionale Besonderheiten. Sie sind ein lebendiges Kulturgut und können gerade im Hinblick auf Klimawandel und nachhaltige Landwirtschaft eine wichtige Rolle für die Zukunft spielen.

Harzer Rotes Höhenvieh auf dem Biohof Seifert erleben

Unsere Gäste begegnen dem Harzer Roten Höhenvieh direkt auf der Weide oder bei der täglichen Arbeit im Stall. Die Tiere strahlen Ruhe und Ursprünglichkeit aus und machen erlebbar, was traditionelle, verantwortungsvolle Landwirtschaft bedeutet. Genau das möchten wir weitergeben – ehrlich, bodenständig und nah an der Natur.